Jun 7 2014

Goldesel…das war gestern!

Schlagzeilen aus dem Sagen- und Märchenreich:

„Inflation macht auch vor uns nicht halt!“

„Abwertung der Golddublone!“

„Goldesel-Zucht vor dem Aus!“

„Sind vier Mägen besser als einer?“

„Untergang oder Neuanfang?“

„Neuer Durchbruch…Strenge Sake & Whiskey Diät bringt die Rettung!“

Verwirrung und Panik herrschen im Reich der sich selber deckenden Tische, Kinder verspeisender Hexen, Schlagstöcke aus dem Rucksack und Wundern aller Art! Der Wertverfall der Dubblone unterstützt den Ruf, um nicht zu sagen das Flehen nach Innovation und Wiederherstellung von Reichtum und Wohlstand in der parallelen Dimension.

Um ein Haar wäre Fantasien nicht mehr liquide gewesen und hätte den Bankrott ausrufen müssen, wäre da nicht ein unerschrockenes Forscherteam des renommierten Gebrüder-Grimm-Instituts gewesen, welches die Goldproduktion zu neuen Höchstwerte aufsteigen ließ:

„Kuh statt Esel“

„Sake & Whiskey statt schnödem Stroh“

„Goldbarren statt läppischer Münzen“

Rettung in letzter Sekunde…Die Goldkuh!

„Gold und Silber lieb ich sehr, kann’s auch gut gebrauchen, hätt‘ ich doch ein ganzes Meer, mich darin zu tauchen! Braucht ja nicht geprägt zu sein…“ (Vereins-und Taschenliederbuch 1865)

Goldesel war gestern


Dez 1 2013

Besuch der Nachbarn…“Gleich scheppert’s“

Der Urlaub in Amrum hat nicht nur Erholung, frische Luft und sehr gutes Essen gebracht, sondern mich auch mit „frischem“ Rohmaterial für zukünftige Composings versorgt. Unter anderem jede Menge Pferde und Ponys. Ich hatte zwar auf Schafe und Rindviecher gehofft, die beiden Gattungen trifft man allerdings auf Amrum eher in Form von Lamm-Kotlets und saftigen Steaks auf seinem Teller, als auf einer Weide an. Ein paar Schafe und Rinder habe ich dann doch noch ausfindig gemacht…Da ist bestimmt was brauchbares dabei und ich habe auch schon eine Idee für das nächste Composing…Ob das aber diese Jahr noch was wird? Mal schauen. Hier erstmal mein neustes „Werk“:

Gleich_schepperts

Mit dem Titel, hab ich mich diesmal extrem schwer getan. Also, was ist hier los ? Ein Pferd inkl. ein paar Kumpels im „Schlepptau“ möchte dem Nachbarn, seines Zeichens Bassist (na, wat für en witziger Zufall) einen Besuch abstatten und es sieht so aus, als würde der Zossen von dem Gebrauch der Türklinken nicht all zuviel halten. Pferdeschädel gegen Glastür…Alles spricht für einen 10:0 Sieg . Der Hausherr hat bereits fluchtartig das Zimmer verlassen und im Zuge seines übereilten Abgangs, einen Stuhl umgerissen. Der Typ im Fernseher hält sich schon mal die Ohren zu, den: „Gleich scheppert’s!“

Ich bin mal gespannt, was für eine Story euch dazu einfällt…

Da Pferde oft aus dem Zügel flüchten, will ich doch lieber Geflügel züchten
Erich Mühsam, Fröhliche Kunst, 1 (2), Juli 1902, S. 180

 

 


Nov 7 2013

Schiffbruch

Schiffbruch

In den 80zigern des letzten Jahrhunderts gab‘ es so einige Modeerscheinungen und Innovationen. Neben seltsamer Klamotten, Haarschnitten und jeder Menge fast identisch klingender Synthesizer und Drummachine überladener (Auch liebevoll „Rums-Klatsche“ genannt) Pop-Produktionen, gab‘ es die ein oder andere Innovation im Bereich des Musikinstrumentenbaus.

Ned Steinberger (Sohn des US Physik-Nobelpresiträger Jack Steinberger), eigentlich gelernter Bildhauer und Möbeldesigner, stellte bei einer Auftragsarbeit für Stuart Spector (Gründer von Spector® Bass Guitars) fest, dass E-Bässe zum einen, fast immer einen unhandlichen großen Korpus haben und zum anderen zur Kopflastigkeit neigen. Verkleinert man den Korpus nimmt die Kopflastigkeit zu und die „Schwingmasse“ nimmt ab. Schlechte Bespielbarkeit und dünner Sound sind die Folge. Vergrößert man den Korpus, eliminiert man zwar die Kopflastigkeit aber durch das hohe Gesamtgewicht „eliminiert“ man leider auch die Bandscheiben und Schultern des Bassisten ;-). Ihm schwebte ein Instrument mit einem auf das Mindestmaß reduzierten Korpus vor, ohne die für den vollen Klang nötige Masse zu verlieren. Der Kopflastigkeit entging er, indem er die Mechaniken vom Kopf zum Korpus verlagerte. Keine Kopfplatte = Keine Kopflastigkeit! Mit Holz, dem traditionellen Material, konnte er seine Vision jedoch nicht verwirklichen. Er schaute sich bei den Flugzeugbauern um und fand was er brauchte.Mit Karbonfasern verstärkter Kunststoff war die Lösung für ihn. Nach einigen Prototypen war der Steinberger L2 Bass geboren. Spitzname: „Das Paddel“.

Viele Hersteller kopierten die Idee und der Markt war in kurzer Zeit überschwemmt mit Headless -Bässen (Status®, Schack®, Slapper®, Marleaux®, Hohner® etc.). Aber jede Welle verebbt irgendwann. Die Nachfrage ging plötzlich rapide zurück. Gibson™ kaufte Steinberger Sound ™ und nach und nach verschwanden die Headless-Bässe aus den Regalen und den Händen der Bassisten. Das Leo Fender Design (Fender®, MusicMan®, G&L®) war wieder die Norm, an der sich alles orientierten. Ausnahmen bildeten u.a Spector™ und Warwick™ (Wobei Warwick™ nach ersten Gehversuchen in Richtung Fender®- und Headless-Design, das bereits erfolgreiche Design von Spector’s  (eigentlich Ned Steinberger’s) NS-Spector®-Bässe fast zu 100% für seine Streamer®-Modelle erfolgreich kopierte. Mit dem Thumb®-Bass präsentierten Sie jedoch ein eigenständiges Modell. Super Sound, aber leider stark kopflastig…Schade 🙁 )

Genug Geschichtsstunde! Zurück zu diesem „Werk“, voller dramatischer Momente 😉 Eines Tages hatte ich mal wieder mein geliebtes „Paddel“, einen Steinberger XL2A® (pre Gibson), in der Hand und ein ziemlich platter Spruch aus längst vergangenen Musiker-Tagen kam mir wieder in den Sinn: “Hey, du solltest das Teil umtauschen. Die Kopfplatte ist abgebrochen und es sieht aus wie ein Plastik-Paddel“

Die fehlenden Bestandteile für mein Bild fand‘ ich übrigens auf Amrum. Klasse Insel, erstklassiges Essen in dem Ort Nebel und viel Bewegung und Entspannung zusammen mit meinem Alphaweibchen. War ein super Urlaub. So, ich muss wieder an mein Cintiq® „Zeichenbrett“. Das nächste Composing wartet schon…

 

Getier  und Bassisten zuerst“ Mipa-Sturmkrähe


Sep 14 2013

Buddha und die Dämonen

Buddha, ein Mensch aus Fleisch und Blut „wie du und ich“, der vor ca. 2.5000 Jahren lebte und ein Menge Gute Ideen hatte, und ein paar rüpelhafte, lamentierende Dämonen, welche sich um jeden Preis, Gehör verschaffen wollen. Buddha hatte bisweilen ein Problem, was wir alle schon hatten und kennen. Welches? Lest weiter…

Buddha_und_die_Dämonen

 

Vielleicht geht es euch ja von Zeit zu Zeit wie mir: Ich will gerade in Ruhe nachdenken, was ich so weiter vorhabe. Mich vieleicht entspannt  an ein Projekt machen…prompt umschwirren mich diverse „Dämonen“ und „Quälgeister“ und sülzen mir den Verstand weich:

1. Die Faulheit – Hey, jetzt sei mal locker! Das kannst du auch Morgen erledigen! Hol dir lieber was zu Trinken und zu Essen und knall dich vor den Fernseher! Denk‘ nicht weiter nach, der erledigt schon den Rest für dich und unterhält dich!

2. Die Selbstzufriedenheit – Mach‘ dir keinen Stress! Bleib‘ so wie du bist! Warum willst du in deinem Alter noch was neues lernen? Du bist schon O.K., so wie du bist!

3. Die Unsicherheit – Was machst du dir eigentlich vor? Du wirst nie so gut und erfolgreich werden, wie die Anderen! Die reine Zeitverschwendung ist das, was du mal wieder vorhast!

4. Die Gier nach Anerkennung – Das muuuuuss einfach allen gefallen! Aaaaalleeee werden das gaaaanz  Toll finden und dich dafür loben und lieben! Wenn nicht, bist du erledigt!

5. Der Neid – Wie machen die Anderen das nur? Das sind doch alles billige Tricks! Den Ruhm haben die sich nie im Leben verdient! Mit deren Mittel könntest du das auch hinbekommen…Aber so…Lern‘ zu tricksen wie die!!!

und hier kommt der Schlimmste von allen:

6. Die Angst sich zu blamieren – Das wird doch bestimmt nichts vernünftiges! Alle werden über dich lachen! Lass es besser direkt sein, versuch‘ es gar nicht und verkriech dich wieder!

Diese Rüpel lamentieren und zetern ohne Unterlass. Versuchen mir jegliche Kreativität aus dem Schädel zu hämmern. Mal lieblich bis sanftmütig, mal energisch bis herrisch. Diese verlogenen Kreaturen behaupten, sie wären meine Freunde und wohlwollenden Ratgeber. Es ist so einfach, deren einschläfernden Einflüsterungen zu erliegen. Einfach aufzugeben und sich dem tumben Trott zu ergeben… Falls sich mein Gewissen doch noch regt und fragt, was ich mir zum Teufel dabei denke, mein Leben auf diese Weise zu verschwenden, bin ich schnell mit diversen Erklärung bei der Hand, wie z.B. :

Dass ist der Einfluss der Gesellschaft, des Wetters, der Jahreszeit, meines Jobs oder meiner Mitmenschen. Ich kann da nichts dran ändern. Ich hab’s einfach nicht so drauf wie die anderen. Hätte ich mehr Geld, Zeit, Talent, Einfluss…bla, bla, bla… könnte ich bestimmt mehr aus meinen Leben machen…hab‘ ich aber nicht. Das ist halt mein Schicksal…Ach, und eigentlich bin ich damit ganz zufrieden. Alles andere ist einfach zu anstrengend. Das lass ich mir lieber im Fernsehen von anderen vorspielen…und verpenn mein Leben“

Diese Dämonen schleppt jeder von uns mit sich rum! Wir sind diese Dämonen und diese Dämonen sind Wir! Wir labern uns selber in den Schlaf!

Jeder von uns hat es daher selber in der Hand, all den einlullenden Einflüsterungen zu widerstehen, aufzuwachen und stattdessen seinen Inspirationen und kreativen Ideen zu folgen und ein glücklicheres Leben zu führen.

Es gibt nur eine Zeit, in der es wesentlich ist aufzuwachen – diese Zeit ist jetzt“  Siddhartha „Buddha“ Gautama 560 – 480 v. Chr.