Jun 18 2013

Exodus – Preview 2

Diesmal lautet das Motto: „Tod, Vergänglichkeit oder die Endlichkeit des Seins“. Wie der Kölner, in seiner unnachahmlich Art es so mitfühlend auf den Punkt bringt: „Wat fott es, bliev fott!“

Dieser Felsen beherbergt einen tiefenentspannten Bison. Er kaut seine letzte Mahlzeit inkl.  seinem bisheriges Lebensweg noch mal ordentlich durch und sinniert derweil, wie das die Insassen eines Zoos so zu tun pflegen, über die Endlichkeit seiner physischen Existenz 😆

Bison

In nächster Nähe findet sich seine exklusiv für ihn angefertigte Lebensuhr, welche mit jedem Tick und Tack das unausweichliche Ende seine weltliche Existenz einzählt. Bei seiner Leibesfülle kann das natürlich keine Taschen- oder Sanduhr sein. Das muss schon größeres Kaliber her…Na, klar: Eine massive Standuhr.

Einer seiner Ahnen streckt seinen Schädel aus dem Fels und versucht in aufzumuntern: „Hey, Mann! Relax…Dein Leben ist endlich, also mach‘ das beste aus der Zeit, die du auf der Erde verbringen kannst und warte nicht auf ein evtl. Leben nach dem Tod oder den Frieden der Gruft. Soooo doll ist das hier unten nicht, kann ich dir sagen. Ohne Fleisch auf den Knochen machen bestimmte intime Tätigkeiten hier unten einfach nicht mehr richtig Spaß 😆 …Wenn du verstehst, was ich meine 😉 Also, leb‘ dein Leben, komm‘ mit dem klar was du hast, sehn dich nicht andauernd nach Dingen und Lebensumstände, die dir gerade nicht zur Verfügung stehen, in der wagen Hoffnung, dass dann alles „besser“ würde. Lass den Gedanken „Ach hätte ich doch…dann könnte ich auch…“ nicht zu deinem alltäglichen Mantra  werden. Leb‘ im Hier & jetzt, mach‘ das beste aus der Zeitspanne, die dir zur Verfügung steht…Ach ja, noch was. Sei nett zu dir und den anderen Tieren in diesem Zoo“

Apropo Vergänglichkeit von Ruhm und Macht…Ich werf‘ das folgende einfach mal ein 😉

Im Alten Rom gab es einen Brauch, dass hinter dem glorreichen Feldherren, z.B. während einer Siegesparade, immer ein Sklave einen Lorbeerkranz über den Kopf des Siegreichen hielt. Das ist aber nur der erste Teil seine Arbeitsplatzbeschreibung. In regelmässigen Abständen flüsterte er dem Held des Tages folgendes in’s Ohr: Bedenke du bist sterblich, alles vergeht, auch dein jetziger Ruhm und deine Macht!

Das wäre auch was für die Mächtigen unserer Zeitepoche…z.B. Ein Angestellter der Stadtverwaltung hält dem Oberbürgermeister der Stadt Köln, nach gewonnener Wahl oder irgendeinem anderen gelungenem politischen Schachzug, einen Tag lang einen Flönzkranz* über seinen Kopf und flüstert seinem Chef regelmäßig zu: „Leeve Jung. Och du bess ens duud. Ob dä anderen Sick, hilft dat janze Jeklüngel dir uch nit mie wigger. Wat fott es, bliev fott!„** 😆

*Blutwurst in Kranzform (Traditionsreiche Delikatesse in Köln und Umgebung. Gehört zu Köln, wie Kölsch & Karneval)

**Lieber Junge. Auch du wirst eines Tages das Zeitliche segnen. Im Jenseits hilft dir dein Talent für geschäftliche Transaktionen auch nicht mehr weiter. Was vergangen ist, bleibt vergangen!


Feb 19 2013

Startbahn in den Himmel…?

Hier hab‘ ich aus der Not ein Tugend gemacht.

Frei nach dem Motto:“Wenn du zu nah‘ an einem verdammt großen Gebäude stehst, übertreib‘ bzw. verstärke die (meistens) ungünstige Perspektive, leg‘ dich auf den Boden, geh‘ auf Weitwinkel und fotografiere von dort!“

KoelnerDom15

 

Gedacht – Getan: Zack, lag‘ ich auf dem Rücken im Dreck und hielt, getrieben von meinem Überlebensinstinkt,  erstmal die Luft an. Wow…Himmel und Hölle, das hab‘ ich in der Konzentration noch nicht gekannt (Und ich meine nicht den optischen Eindruck)!

Wie jede Kirche, so scheint auch der Kölner Dom förmlich danach zu schreien :“Bitte, bitte lieber Passant. Bleib‘ stehen und piss mich an!“  Unglaublich, welcher Gestank 😯 mich in Bodennähe umfing…Nein, regelrecht einkesselte! Aber, was tut man nicht alles für die Kunst 😆 1,94 meter Mensch, auf dem Rücken, vor dem Dom, läuft langsam aber sicher grün an und fotografiert ein Weltkulturerbe aus der Perspektive eines Dackels…Na Prima 🙄

Danach ging’s erstmal in’s Päffgen Brauhaus in der Salzgasse (Altstadt). Lecker Kölsch, ein mitleidiges Lächeln von meinem Schatz (Sie ist solche Aktionen von mir gewöhnt) und dazu extrem gutes Essen brachten mein Riechorgang wieder auf Kurs.

Zurück am iMac: Neuer Himmel, Sonneneffekt, Farbbalance, Sepia-Farbverlauf und Mikrokontrastverstärkung bis zum Anschlag in Photoshop.