Dez 1 2013

Besuch der Nachbarn…“Gleich scheppert’s“

Der Urlaub in Amrum hat nicht nur Erholung, frische Luft und sehr gutes Essen gebracht, sondern mich auch mit „frischem“ Rohmaterial für zukünftige Composings versorgt. Unter anderem jede Menge Pferde und Ponys. Ich hatte zwar auf Schafe und Rindviecher gehofft, die beiden Gattungen trifft man allerdings auf Amrum eher in Form von Lamm-Kotlets und saftigen Steaks auf seinem Teller, als auf einer Weide an. Ein paar Schafe und Rinder habe ich dann doch noch ausfindig gemacht…Da ist bestimmt was brauchbares dabei und ich habe auch schon eine Idee für das nächste Composing…Ob das aber diese Jahr noch was wird? Mal schauen. Hier erstmal mein neustes „Werk“:

Gleich_schepperts

Mit dem Titel, hab ich mich diesmal extrem schwer getan. Also, was ist hier los ? Ein Pferd inkl. ein paar Kumpels im „Schlepptau“ möchte dem Nachbarn, seines Zeichens Bassist (na, wat für en witziger Zufall) einen Besuch abstatten und es sieht so aus, als würde der Zossen von dem Gebrauch der Türklinken nicht all zuviel halten. Pferdeschädel gegen Glastür…Alles spricht für einen 10:0 Sieg . Der Hausherr hat bereits fluchtartig das Zimmer verlassen und im Zuge seines übereilten Abgangs, einen Stuhl umgerissen. Der Typ im Fernseher hält sich schon mal die Ohren zu, den: „Gleich scheppert’s!“

Ich bin mal gespannt, was für eine Story euch dazu einfällt…

Da Pferde oft aus dem Zügel flüchten, will ich doch lieber Geflügel züchten
Erich Mühsam, Fröhliche Kunst, 1 (2), Juli 1902, S. 180

 

 


Nov 7 2013

Schiffbruch

Schiffbruch

In den 80zigern des letzten Jahrhunderts gab‘ es so einige Modeerscheinungen und Innovationen. Neben seltsamer Klamotten, Haarschnitten und jeder Menge fast identisch klingender Synthesizer und Drummachine überladener (Auch liebevoll „Rums-Klatsche“ genannt) Pop-Produktionen, gab‘ es die ein oder andere Innovation im Bereich des Musikinstrumentenbaus.

Ned Steinberger (Sohn des US Physik-Nobelpresiträger Jack Steinberger), eigentlich gelernter Bildhauer und Möbeldesigner, stellte bei einer Auftragsarbeit für Stuart Spector (Gründer von Spector® Bass Guitars) fest, dass E-Bässe zum einen, fast immer einen unhandlichen großen Korpus haben und zum anderen zur Kopflastigkeit neigen. Verkleinert man den Korpus nimmt die Kopflastigkeit zu und die „Schwingmasse“ nimmt ab. Schlechte Bespielbarkeit und dünner Sound sind die Folge. Vergrößert man den Korpus, eliminiert man zwar die Kopflastigkeit aber durch das hohe Gesamtgewicht „eliminiert“ man leider auch die Bandscheiben und Schultern des Bassisten ;-). Ihm schwebte ein Instrument mit einem auf das Mindestmaß reduzierten Korpus vor, ohne die für den vollen Klang nötige Masse zu verlieren. Der Kopflastigkeit entging er, indem er die Mechaniken vom Kopf zum Korpus verlagerte. Keine Kopfplatte = Keine Kopflastigkeit! Mit Holz, dem traditionellen Material, konnte er seine Vision jedoch nicht verwirklichen. Er schaute sich bei den Flugzeugbauern um und fand was er brauchte.Mit Karbonfasern verstärkter Kunststoff war die Lösung für ihn. Nach einigen Prototypen war der Steinberger L2 Bass geboren. Spitzname: „Das Paddel“.

Viele Hersteller kopierten die Idee und der Markt war in kurzer Zeit überschwemmt mit Headless -Bässen (Status®, Schack®, Slapper®, Marleaux®, Hohner® etc.). Aber jede Welle verebbt irgendwann. Die Nachfrage ging plötzlich rapide zurück. Gibson™ kaufte Steinberger Sound ™ und nach und nach verschwanden die Headless-Bässe aus den Regalen und den Händen der Bassisten. Das Leo Fender Design (Fender®, MusicMan®, G&L®) war wieder die Norm, an der sich alles orientierten. Ausnahmen bildeten u.a Spector™ und Warwick™ (Wobei Warwick™ nach ersten Gehversuchen in Richtung Fender®- und Headless-Design, das bereits erfolgreiche Design von Spector’s  (eigentlich Ned Steinberger’s) NS-Spector®-Bässe fast zu 100% für seine Streamer®-Modelle erfolgreich kopierte. Mit dem Thumb®-Bass präsentierten Sie jedoch ein eigenständiges Modell. Super Sound, aber leider stark kopflastig…Schade 🙁 )

Genug Geschichtsstunde! Zurück zu diesem „Werk“, voller dramatischer Momente 😉 Eines Tages hatte ich mal wieder mein geliebtes „Paddel“, einen Steinberger XL2A® (pre Gibson), in der Hand und ein ziemlich platter Spruch aus längst vergangenen Musiker-Tagen kam mir wieder in den Sinn: “Hey, du solltest das Teil umtauschen. Die Kopfplatte ist abgebrochen und es sieht aus wie ein Plastik-Paddel“

Die fehlenden Bestandteile für mein Bild fand‘ ich übrigens auf Amrum. Klasse Insel, erstklassiges Essen in dem Ort Nebel und viel Bewegung und Entspannung zusammen mit meinem Alphaweibchen. War ein super Urlaub. So, ich muss wieder an mein Cintiq® „Zeichenbrett“. Das nächste Composing wartet schon…

 

Getier  und Bassisten zuerst“ Mipa-Sturmkrähe