Nov 7 2013

Schiffbruch

Schiffbruch

In den 80zigern des letzten Jahrhunderts gab‘ es so einige Modeerscheinungen und Innovationen. Neben seltsamer Klamotten, Haarschnitten und jeder Menge fast identisch klingender Synthesizer und Drummachine überladener (Auch liebevoll „Rums-Klatsche“ genannt) Pop-Produktionen, gab‘ es die ein oder andere Innovation im Bereich des Musikinstrumentenbaus.

Ned Steinberger (Sohn des US Physik-Nobelpresiträger Jack Steinberger), eigentlich gelernter Bildhauer und Möbeldesigner, stellte bei einer Auftragsarbeit für Stuart Spector (Gründer von Spector® Bass Guitars) fest, dass E-Bässe zum einen, fast immer einen unhandlichen großen Korpus haben und zum anderen zur Kopflastigkeit neigen. Verkleinert man den Korpus nimmt die Kopflastigkeit zu und die „Schwingmasse“ nimmt ab. Schlechte Bespielbarkeit und dünner Sound sind die Folge. Vergrößert man den Korpus, eliminiert man zwar die Kopflastigkeit aber durch das hohe Gesamtgewicht „eliminiert“ man leider auch die Bandscheiben und Schultern des Bassisten ;-). Ihm schwebte ein Instrument mit einem auf das Mindestmaß reduzierten Korpus vor, ohne die für den vollen Klang nötige Masse zu verlieren. Der Kopflastigkeit entging er, indem er die Mechaniken vom Kopf zum Korpus verlagerte. Keine Kopfplatte = Keine Kopflastigkeit! Mit Holz, dem traditionellen Material, konnte er seine Vision jedoch nicht verwirklichen. Er schaute sich bei den Flugzeugbauern um und fand was er brauchte.Mit Karbonfasern verstärkter Kunststoff war die Lösung für ihn. Nach einigen Prototypen war der Steinberger L2 Bass geboren. Spitzname: „Das Paddel“.

Viele Hersteller kopierten die Idee und der Markt war in kurzer Zeit überschwemmt mit Headless -Bässen (Status®, Schack®, Slapper®, Marleaux®, Hohner® etc.). Aber jede Welle verebbt irgendwann. Die Nachfrage ging plötzlich rapide zurück. Gibson™ kaufte Steinberger Sound ™ und nach und nach verschwanden die Headless-Bässe aus den Regalen und den Händen der Bassisten. Das Leo Fender Design (Fender®, MusicMan®, G&L®) war wieder die Norm, an der sich alles orientierten. Ausnahmen bildeten u.a Spector™ und Warwick™ (Wobei Warwick™ nach ersten Gehversuchen in Richtung Fender®- und Headless-Design, das bereits erfolgreiche Design von Spector’s  (eigentlich Ned Steinberger’s) NS-Spector®-Bässe fast zu 100% für seine Streamer®-Modelle erfolgreich kopierte. Mit dem Thumb®-Bass präsentierten Sie jedoch ein eigenständiges Modell. Super Sound, aber leider stark kopflastig…Schade 🙁 )

Genug Geschichtsstunde! Zurück zu diesem „Werk“, voller dramatischer Momente 😉 Eines Tages hatte ich mal wieder mein geliebtes „Paddel“, einen Steinberger XL2A® (pre Gibson), in der Hand und ein ziemlich platter Spruch aus längst vergangenen Musiker-Tagen kam mir wieder in den Sinn: “Hey, du solltest das Teil umtauschen. Die Kopfplatte ist abgebrochen und es sieht aus wie ein Plastik-Paddel“

Die fehlenden Bestandteile für mein Bild fand‘ ich übrigens auf Amrum. Klasse Insel, erstklassiges Essen in dem Ort Nebel und viel Bewegung und Entspannung zusammen mit meinem Alphaweibchen. War ein super Urlaub. So, ich muss wieder an mein Cintiq® „Zeichenbrett“. Das nächste Composing wartet schon…

 

Getier  und Bassisten zuerst“ Mipa-Sturmkrähe


Mai 12 2013

Duo

Tja, jetzt sind schon ein paar Jahre vergangen, seit dem ich aus dem „aktiven“ Musiker-Zirkus ausgestiegen bin und „nur“ noch in meinem Homestudio Musik mache. Nach ein paar Monaten kompletter Abstinenz vom Bass- und Stickspielen, fing‘ ich wieder an zu üben und fand‘ meine alte Begeisterung und Spaß an der Musik wieder. Dank‘ Aebersold Play-A-Longs, Logic und natürlich jeder Menge CD’s (alle in iTunes archiviert) wird mir beim Üben, Ausprobieren und Aufnehmen nie langweilig.

Aber iMac, Logic, iTunes, Garageband und Co. KG  alleine wurden mit der Zeit etwas eintönig 😉 und vorhersehbar. Also inserierte ich in diversen Musikzeitschriften und Foren im Internet und brauchte nicht lange zu warten. Darf ich vorstellen, mein Duo-Partner:

Duo

 

Ähnlichkeiten mit einem der (Neben)Darsteller aus dem Remake von Battlestar Galactica ist alles andere als zufällig. Nach Einstellung der Serie verfiel er in tiefe Depressionen und macht nun einen Selbstfindungsprozess durch. Er hofft eines seiner früheren Hobbys hilft ihm da weiter…Ich bin da ja skeptisch, wie man sieht, aber wer will einem Cylonen schon was abschlagen 🙂

Im Ernst: Ich bin gespannt, ob ich je wieder Lust auf eine Band bekomme. Ich glaub‘ eher nicht. Warum auch? Es war eine tolle, aufregende aber leider auch extrem nervige und frustrierende Zeit. Kommt mir heute vor wie ein ganz anderes Leben eines anderen Menschen, den ich mal kannte…Ich will nicht mehr zurück, das bin ich nicht mehr, wenn ihr versteht, was ich meine. Nie hatte ich in meinem Leben soviel Zeit wie jetzt, für meine „heimliche Liebe“, dem Jazz und dem Chapman Stick® (Das ist das „Ding“, was ich in den Händen habe). Regelmässiges Einkommen und keine Existensängste  steigern den Lebenskomfort übrigens auch ungemein 😉 Und Last but not Least, fand ich zurück zur Fotografie und heiratete die Liebe meines Lebens (nach 12 Jahren Training in Wilder Ehe :lol:; Und wild war es bisweilen 😉 )…All‘ das würde ich für nichts in der Welt mehr eintauschen.

 

Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt

– Siddhartha Gautama aka Buddha